Kometen
Im Unterschied zu den anderen kleinen Körpern unseres Sonnensystems sind Kometen schon seit dem Altertum bekannt. Chinesische Aufzeichnungen des
Kometen Halley reichen zum Beispiel zurück bis zum Jahr 240 vor unserer Zeit. Rechts eine zeitgenössische Darstellung des Kometen Hevelius vom Jahre 1664.
Aufgrund ihres (damals) unvorhersehbaren Auftretens und ihrer einzigartigen Erscheinungsform wurden Kometen meist als Unheilsbringer angesehen, eine Bedrohung für den Menschen, Krieg
und Seuchen ankündigend. So berichtete der Arzt Ambroise Paré über den großen Kometen des Jahres 1528:
»Er war so beängstigend und fürchterlich, daß manche aus Angst starben und andere krank wurden. Der Komet schien entsetzlich lang zu sein und hatte die Farbe von Blut.
An den oberen Enden sah man einen gebogenen Arm mit einem langen Schwert in der Hand, bereit zum Stoß. An der Spitze des Schwertes standen drei Sterne. Zu beiden Seiten des Kometen sah man
eine Menge von Beilen, Messern und blutigen Schwertern, dazwischen eine große Anzahl abscheulicher Menschenköpfe mit gesträubten Haaren und Bärten.«
Doch mit dem Kometen des Jahres 1532 wurde die Angst vor Kometen gemindert, indem Papst Clemens VII persönlich über den Kometen einen Bann aussprach und damit wohl die Menschheit
rettete. Aber er tat noch mehr für die fromme Christenheit: er leitete die Gefahr auf die feindlichen Türken und leitete damit den Untergang des osmanischen Reiches ein.
Auch den großen Kometen von 1680 machte man noch zum größten Unheilstifter der Weltgeschichte. Die Sintflut, die Zerstörung Ninives, der trojanische Krieg und natürlich auch die
Ermordung Julius Caesars schrieb man seinem teuflischen Wirken zu. Andererseits jedoch gab es erstmals ernsthafte wissenschaftliche Ansätze, die Natur des Kometen zu erklären. So daß Mitte
des 17. Jahrhunderts der italienische Astronom Gassendi erklären konnte:
»Die Kometen sind allerdings abschreckend, aber nur wegen unserer Dummheit...«
Mit dem Wirken Edmund Halleys und Isaac Newtons konnte sich langsam die Aufklärung durchsetzen.
Viele Kometen wurden und werden von Amateurastronomen entdeckt. Besonders erfolgreich waren dabei das Ehepaar Carolyn und
Eugene Shoemaker (* 28.04.1928 in Los Angeles, † 18.07.1997 bei einem Autounfall in Tanami/Australien; Abb. rechts), die insgesamt 32 Kometen entdecken konnten. Mit
zudem rund 320 entdeckten Kleinplaneten war das Ehepaar damit das führende astronomische Entdeckerteam des 20. Jahrhunderts.
Höchste Popularität und weltweiten Ruhm erreichte Eugene Shoemaker im Jahr 1993, als er zusammen mit seiner Frau Carolyn und zugleich mit David Levy einen Kometen entdeckte,
der von den Gezeitenkräften Jupiters auseinandergerissen wurde und dessen Bruchstücke 16 Monate später auf spektakuläre Weise in den Riesenplaneten stürzten.
Weitere erfolgreiche Amateure sind der bereits erwähnte David H. Levy (Arizona/USA, 21 Kometen), Bill Bradfield (Adelaide/Australien, 17 Kometen) und
Donald E. Machholz (California/USA, 9 Kometen).
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