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Gemäß der Definition der International Astronomical Union (IAU), deren Übersetzung in der Spalte rechts wiedergegeben ist, besitzt unser
Sonnensystem acht Planeten:
Merkur
Der sonnennächste Planet. Oberfläche mit Kratern ähnlich dem Mond und Temperaturen zwi- schen +430°C und -180°C.
Nur in der Abend- oder Morgendämmerung zu beobachten. Im Fernrohr Phasengestalt sichtbar. Keine Atmosphäre und keine Monde.
Venus
Der »Morgenstern« oder »Abendstern« mit bereits im Feldstecher sicht- baren Phasen. Läuft wie Merkur inner- halb
der Erdbahn um die Sonne. Helles Objekt. Die dichte Atmosphäre macht Sicht auf Oberfläche unmöglich. Keine Monde.
Erde
Der »Blaue Planet« ist unsere Heimat. Oberfläche zu zwei Dritteln mit Wasser bedeckt. Atmosphä- re aus Stickstoff und
Sauerstoff mit ausgeprägten Wettererscheinungen. Belebte Biosphäre. Ein großer Mond.
Mars
Der »Rote Planet«. Geologisch vielge- staltige Oberfläche mit Kratern. Weiße Kappen an den Polen. Dünne
Atmo- sphäre vorwiegend aus Kohlendioxid. Zwei winzige Monde.
Jupiter
Größter Planet un- seres Sonnensys- tems. Stark abge- plattet. Rotiert in knapp 10 Stunden. Die dichte Atmo- sphäre aus
Wasser- stoff und Helium zeigt eine Vielzahl auffälliger Wolken- und Strömungs- strukturen. Über 60 Monde; die vier größten bereits
im Feldstecher sichtbar. Ringsystem.
Saturn
Berühmt wegen des einzigartigen Ringsystems. Dichte Atmosphäre und schnelle Rotation ähnlich wie Jupiter. Über 30 Monde,
der größte, »Titan«, so groß wie Merkur.
Uranus
Erst im Jahr 1781 entdeckt. Die Rota- tionsachse liegt fast genau in der Bahn- ebene. Gerade noch mit bloßem Auge
sichtbar. Die dichte Atmosphäre zeigt kaum erkenn- bare Strukturen. Über 25 Monde. Ringsystem.
Neptun
Der sonnenfernste Planet wurde im Jahr 1846 entdeckt. Er ist nur mit optischen Hilfs- mitteln zu sehen. Dichte Atmosphäre.
Über 10 Monde. Ringsystem.
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Am 24. August 2006 beschloss die IAU-Versammlung in Prag 2006 die folgenden Definitionen für Körper unseres Sonnensystems:
IAU Resolution 5A
Da unser Verständnis von Planetensystemen
sich mit den Beobachtungen der jüngsten Zeit ändert, ist es wichtig, daß unsere Nomenklatur der Objekte unser gegenwärtiges Verständnis wie-
derspiegelt. Das trifft insbeson- ders auf die Bezeichnung "Planeten" zu. Ursprünglich ver- stand man unter "Planeten" die "Wanderer", also die
bewegten Lichter am Himmel. Jüngste Ent- deckungen jedoch führen uns zu einer neuen Definition, die die zur Zeit bekannten wissenschaft- lichen Fakten berücksichtigt.
Die IAU beschließt daher, daß "Planeten" und andere Körper unseres Sonnensystems in fol- gender Weise in drei
verschie- dene Kategorien unterteilt werden:
- Ein "Planet"
¹ ist ein Himmels- körper, der
- sich in einer Umlaufbahn um die Sonne befindet,
- genügend Masse besitzt, daß seine eigene Gravitation die Festkörperkräfte überwindet, so daß er ein hydostatisches
Gleichgewicht mit nahezu runder Form einimmt und der
- die Umgebung seiner Um- laufbahn gereinigt hat.
- Ein "Zwergplanet"
² ist ein Himmelskörper, der
- sich in einer Umlaufbahn um die Sonne befindet,
- genügend Masse besitzt, daß seine eigene Gravitation die Festkörperkräfte überwindet, so daß er ein hydostatisches
Gleichgewicht mit nahezu runder Form einimmt,
- die Umgebung seiner Um- laufbahn nicht völlig gereinigt hat und der
- kein Mond ist.
- Als "Kleinkörper des Son- nensystems"
³ werden ge- meinsam alle
anderen Objekte des Sonnensystems, mit Ausnahme von Satelliten, die sich um die Sonne bewegen, bezeichnet.
¹ Die acht Planeten sind: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun
² Es wird ein IAU-Verfahren entwickelt werden, um Objekte im Grenzbereich entweder der Kategorie Zwergplanet oder einer der anderen Kategorien zuzuordnen.
³ Dazu gehören zur Zeit die meisten Planetoiden des Sonnensystems, die meisten Trans-Neptun-Objekte (TNOs), Kometen und andere kleine Körper.
IAU Resolution 6A
Weiterhin beschließt die IAU folgendes:
Pluto ist nach der obigen Definition ein "Zwergplanet" und wird als Prototyp einer neuen Kategorie von transneptunischen Objekten betrachtet.

Die ersten Mitglieder der Kategorie der "Zwergplaneten" sind Ceres, Pluto and 2003 UB313 (vorläufige Bezeichnung). Es ist zu erwarten, daß in den kommenden
Monaten und Jahren mehr "Zwergplaneten" durch die IAU benannt werden. Zur Zeit gibt es etwa ein Dutzend Kandidaten auf der IAU Beobachtungsliste, die aufgrund von
Neuentdeckungen und neuen Erkenntnissen über die Physik der derzeitigen Objekte einer ständigen Anpassung unterworfen ist.
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